SONNTAG, 30. NOVEMBER 2025
Frisch aufgeschlagenes Ei mit orangegelbem Eigelb in weißer Schale, Eierschalen und braune Eier im Hintergrund auf hellem Untergrund - Cholesterin in Eiern

Cholesterin bei Eiern

Das Thema Cholesterin bei Eiern ist seit Jahrzehnten umstritten. Während die Ei-Industrie Eier als unbedenklich bewirbt, zeigt die wissenschaftliche Evidenz ein anderes Bild. Ein systematischer Review von 2020 analysierte über 50 randomisierte kontrollierte Studien und kam zu einem eindeutigen Ergebnis: Höherer Eierkonsum führt zu höheren LDL-Cholesterinwerten im Blut. Dieser Artikel beleuchtet die wissenschaftlichen Fakten zum Cholesterin in Eiern und zeigt, was die Forschung wirklich sagt.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Cholesteringehalt: Ein einzelnes Ei enthält etwa 280 Milligramm Cholesterin – das ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass offizielle Empfehlungen einen minimalen Cholesterinkonsum nahelegen.
  • Wissenschaftliche Evidenz: Über 50 randomisierte kontrollierte Studien zeigen eindeutig: Höherer Eierkonsum führt zu höheren LDL-Cholesterinwerten im Blut.
  • Herz-Kreislauf-Risiko: Jedes zusätzliche halbe Ei pro Tag erhöht signifikant das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Sterblichkeit.
  • Unabhängiger Effekt: Das Cholesterin in Eiern erhöht das Risiko unabhängig von der restlichen Ernährungsqualität – selbst bei ansonsten gesunder Ernährung mit viel Gemüse.
  • Industrie-Einfluss: Die Ei-Industrie hat hunderte Millionen Dollar investiert, um Cholesterin als harmlos darzustellen – und beeinflusst aktiv die Forschungslandschaft.
  • Offizielle Position: Das Institute of Medicine empfiehlt klar: Cholesterinaufnahme sollte so gering wie möglich sein.

Der Cholesteringehalt von Eiern

Wie viel Cholesterin haben Eier?

Ein durchschnittliches Ei enthält etwa 280 Milligramm Cholesterin. Diese Menge befindet sich ausschließlich im Eigelb. Um diese Zahl in Perspektive zu setzen: 100 Gramm Ei enthalten rund 470 Milligramm Cholesterin. Das macht Eier zu einer der cholesterinreichsten Nahrungsquellen überhaupt.

Zum Vergleich: Die American Heart Association und das American College of Cardiology haben lange Zeit empfohlen, die tägliche Cholesterinaufnahme auf unter 300 Milligramm zu begrenzen. Ein einziges Ei würde also bereits fast die gesamte empfohlene Tagesmenge ausschöpfen. Neuere Empfehlungen des Institute of Medicine gehen noch weiter und raten dazu, die Cholesterinaufnahme generell zu minimieren.

Das Cholesterin in Eiern befindet sich konzentriert im Eigelb. Das Eiweiß selbst enthält kein Cholesterin, liefert aber hochwertiges Protein. Viele Menschen, die auf ihren Cholesterinspiegel achten, konsumieren daher nur das Eiweiß und verzichten auf das Eigelb.

Vergleich mit anderen Lebensmitteln

Im Vergleich zu anderen tierischen Lebensmitteln haben Eier einen besonders hohen Cholesteringehalt. 100 Gramm Rindfleisch enthalten etwa 70 Milligramm Cholesterin, während 100 Gramm Hähnchenbrust circa 85 Milligramm aufweisen. Eier übertreffen diese Werte um ein Vielfaches. Pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte enthalten überhaupt kein Cholesterin, da Cholesterin ausschließlich in tierischen Produkten vorkommt.

Diese hohe Konzentration von Cholesterin in Eiern erklärt, warum bereits moderate Mengen an Eiern signifikante Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel im Blut haben können. Der Körper muss dieses zusätzliche Nahrungscholesterin verarbeiten und in sein Fettstoffwechsel-System integrieren.

Was die Wissenschaft sagt

Über 50 Studien mit eindeutiger Aussage

Ein systematischer Review aus dem Jahr 2020 untersuchte die Auswirkungen von Eierkonsum und Cholesterin auf die Gesundheit. Die Forscher analysierten die Ergebnisse von über 50 randomisierten kontrollierten Studien – dem Goldstandard der medizinischen Forschung. Das Ergebnis war eindeutig: Fast alle Studien zeigten, dass höhere Mengen an Eiern zu höheren LDL-Cholesterinwerten im Blut führen.

Diese Studien maßen den Cholesterinspiegel typischerweise im nüchternen Zustand am Morgen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn Menschen verbringen den Großteil ihres Lebens nicht im Nüchternzustand, sondern im sogenannten postprandialen Zustand – also nach dem Essen. Untersuchungen zur postprandialen Cholesterinreaktion zeigen noch deutlichere Effekte, auf die wir später eingehen werden.

Langzeitstudien zur Sterblichkeit

Noch aussagekräftiger als Cholesterinmessungen sind Langzeitstudien, die untersuchen, ob Eierkonsum tatsächlich zu mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhöhter Sterblichkeit führt. Eine Meta-Analyse basierend auf sechs großen Bevölkerungsstudien in den USA verfolgte Zehntausende Menschen über bis zu 30 Jahre.

Die Ergebnisse waren besorgniserregend: Jedes zusätzliche halbe Ei pro Tag war mit einem signifikant höheren Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Gesamtsterblichkeit verbunden. Anders ausgedrückt: Menschen, die mehr Eier aßen, hatten ein höheres Risiko, früher zu sterben. Dieser Zusammenhang blieb auch nach Berücksichtigung anderer Faktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel und Gesamternährungsqualität bestehen.

Meta-Analysen und Cholesterinaufnahme

Meta-Analysen von hunderten Studien – wie die bereits 1997 im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Arbeit – belegen klar: Die Cholesterinaufnahme aus der Nahrung erhöht die Cholesterinwerte im Blut. Diese Arbeit analysierte buchstäblich hunderte Studien aus mehreren Jahrzehnten und kam zu einem unmissverständlichen Schluss.

Interessanterweise nahm nach dieser Veröffentlichung die Finanzierung von Cholesterinstudien durch die Ei-Industrie massiv zu. Heute wird die Mehrheit der Studien zu Eiern und Cholesterin von der Ei-Industrie selbst finanziert und durchgeführt. Diese Studien verwenden oft spezifische Designs, die negative Gesundheitseffekte minimieren oder verschleiern – ein Phänomen, das in einem systematischen Review von 2021 detailliert dokumentiert wurde.

LDL-Cholesterin und Herz-Kreislauf-Risiko

Warum LDL-Cholesterin gefährlich ist

LDL-Cholesterin wird oft als „schlechtes Cholesterin“ bezeichnet – und das aus gutem Grund. Erhöhte LDL-Cholesterinwerte gehören zu den gefährlichsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die weltweit die häufigste Todesursache darstellen. LDL-Cholesterin lagert sich in den Wänden der Blutgefäße ab und führt zur Bildung von arteriosklerotischen Plaques – Ablagerungen, die die Arterien verengen und verhärten.

Diese Plaquebildung ist ein schleichender Prozess, der über Jahre und Jahrzehnte abläuft. Mit der Zeit können die Ablagerungen so groß werden, dass sie den Blutfluss zum Herzen oder Gehirn erheblich einschränken. Im schlimmsten Fall kann eine Plaque aufbrechen und ein Blutgerinnsel bilden, das zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führt.

Studien haben gezeigt, dass Menschen mit höherem Eierkonsum deutlich höhere Kalziumwerte in ihren Koronararterien aufweisen. Diese Kalzifizierung ist ein direkter Marker für arteriosklerotische Plaques. Je mehr Kalzium in den Arterien nachweisbar ist, desto höher ist das Risiko für einen Herzinfarkt.

Eier erhöhen LDL-Cholesterin unabhängig von der Ernährung

Eine besonders wichtige Erkenntnis aus der Forschung ist, dass der Zusammenhang zwischen Eierkonsum und erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko unabhängig von der Qualität der restlichen Ernährung besteht. Das bedeutet: Selbst wenn Sie sich ansonsten gesund ernähren – mit viel frischem Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und wenig Natrium – bleibt das erhöhte Risiko durch Eier bestehen.

Diese Erkenntnis widerlegt das häufige Argument, dass Eier nur im Kontext einer ungesunden Ernährung problematisch seien. Die Langzeitstudien zeigen klar: Der negative Effekt von Eiern auf die Gesundheit bleibt auch bei ansonsten hoher Ernährungsqualität nachweisbar. Es geht also nicht nur um den Bacon, der oft zusammen mit Eiern gegessen wird, sondern um das Cholesterin in den Eiern selbst.

HDL erhöhen, LDL senken: Die richtige Strategie

Während LDL-Cholesterin schädlich ist, gilt HDL-Cholesterin als „gutes Cholesterin“. HDL transportiert überschüssiges Cholesterin aus den Geweben zurück zur Leber, wo es abgebaut werden kann. Ein hoher HDL-Wert ist also schützend. Die optimale Strategie für die Herzgesundheit lautet daher: LDL senken und HDL erhöhen.

Eier erhöhen zwar manchmal auch das HDL-Cholesterin leicht, aber dieser Effekt wird durch den deutlich stärkeren Anstieg des LDL-Cholesterins mehr als aufgewogen. Das entscheidende Verhältnis von LDL zu HDL verschlechtert sich bei regelmäßigem Eierkonsum. Für eine herzgesunde Ernährung ist es daher sinnvoller, auf pflanzliche Proteinquellen zu setzen, die kein Cholesterin enthalten und das günstige Fettstoffwechsel-Profil unterstützen.

Cholesterinwerte nach dem Essen

Der übersehene postprandiale Zustand

Die meisten Cholesterinmessungen erfolgen im nüchternen Zustand am Morgen. Diese Nüchternwerte sind wichtig, um zu verstehen, wie viel Cholesterin die Leber produziert und wie gut der Körper seinen Grundcholesterinspiegel reguliert. Doch diese Messungen erfassen nur einen kleinen Teil der Realität.

Menschen verbringen den Großteil ihres Lebens im postprandialen Zustand – also in den Stunden nach einer Mahlzeit. Nach dem Essen steigen die Cholesterinwerte im Blut deutlich an, besonders wenn die Mahlzeit reich an Cholesterin ist. Bei zunehmender Cholesterinaufnahme können die postprandialen Cholesterinwerte um ein Vielfaches höher sein als die Nüchternwerte.

Stellen Sie sich vor: Sie frühstücken zwei Eier. Ihr Cholesterinspiegel steigt daraufhin für mehrere Stunden an. Nach etwa vier Stunden kommt die nächste Mahlzeit – das Mittagessen. Ihr Cholesterinspiegel bekommt einen weiteren Schub, noch bevor er sich vom Frühstück erholt hat. Ihre Arterien sind somit den größten Teil des Tages erhöhten Cholesterinwerten ausgesetzt – deutlich länger, als Nüchternmessungen vermuten lassen.

Langfristige Auswirkungen auf die Blutgefäße

Diese wiederholten postprandialen Cholesterinspitzen belasten die Blutgefäße chronisch. Die Endothelzellen, die die Innenwände der Arterien auskleiden, werden immer wieder erhöhten Cholesterinkonzentrationen ausgesetzt. Dies fördert Entzündungsprozesse und die Aufnahme von LDL-Cholesterin in die Gefäßwand – der erste Schritt zur Plaquebildung.

Forschungsergebnisse zeigen, dass die postprandialen Cholesterinwerte möglicherweise sogar bessere Vorhersagekraft für das Herz-Kreislauf-Risiko haben als Nüchternwerte. Denn sie spiegeln die tatsächliche Belastung wider, der die Arterien den ganzen Tag über ausgesetzt sind. Standard-Nüchternmessungen unterschätzen somit systematisch die Auswirkungen einer cholesterinreichen Ernährung.

Der Einfluss der Ei-Industrie

Hunderte Millionen für die Meinungsbildung

Die Ei-Industrie ist ein Milliardengeschäft. Nachdem in den 1990er Jahren wissenschaftliche Evidenz gegen Eier immer stärker wurde und die Industrie sogar wegen irreführender Werbung verklagt wurde, investierte sie massiv in Gegenmaßnahmen. Hunderte Millionen Dollar flossen in Werbekampagnen, Lobbying und – besonders bedeutsam – in die Forschungsfinanzierung.

Ein systematischer Review von 2021 im American Journal of Lifestyle Medicine untersuchte dieses Phänomen detailliert. Die Forscher zeigten, dass die Finanzierung von Cholesterinstudien durch die Ei-Industrie von praktisch null vor den 1990er Jahren auf einen Großteil aller aktuellen Studien angestiegen ist. Heute wird die Mehrheit der Studien zu Eiern und Cholesterin von der Ei-Industrie bezahlt.

Manipulierte Studiendesigns

Industriefinanzierte Studien sind nicht per se falsch, aber sie verwenden oft spezifische Charakteristiken, die negative Gesundheitseffekte minimieren. Zu diesen Tricks gehören:

  • Kurze Studiendauer, die Langzeiteffekte nicht erfassen kann
  • Auswahl junger, gesunder Probanden, bei denen Effekte weniger stark ausgeprägt sind
  • Verwendung von Kontrollgruppen mit ebenfalls hohem Cholesterinkonsum
  • Selektive Berichterstattung von Ergebnissen
  • Fokus auf HDL-Cholesterin unter Vernachlässigung von LDL-Cholesterin

Der Review von 2021 dokumentierte, dass von der Ei-Industrie finanzierte Studien mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit zu industriefreundlichen Schlussfolgerungen kommen – unabhängig von den tatsächlichen Messergebnissen. Diese systematische Verzerrung der Forschungslandschaft hat erhebliche Konsequenzen für die öffentliche Wahrnehmung und Ernährungsempfehlungen.

Beeinflussung von Ernährungsrichtlinien

Der Einfluss der Ei-Industrie reicht bis in die höchsten Gremien der Ernährungsberatung. Im Jahr 2015 versuchte der Dietary Guidelines Advisory Committee, Cholesterin als „nicht besorgniserregend bei übermäßigem Konsum“ darzustellen. Diese Position stützte sich auf industriefinanzierte Forschung und selektive Literaturauswahl.

Kritisch war insbesondere, dass der Report der American Heart Association und des American College of Cardiology aus dem Jahr 2013 nur Studien aus dem Zeitraum 1998-2009 berücksichtigte. Die umfangreichen Meta-Analysen von vor 1998 – die klar zeigten, dass Nahrungscholesterin den Blutspiegel erhöht – wurden bewusst ausgeschlossen. Diese zeitliche Einschränkung erfasste genau die Periode, in der die meisten Studien bereits von der Ei-Industrie finanziert wurden.

Offizielle Ernährungsempfehlungen

Institute of Medicine: Minimaler Cholesterinkonsum

Das Institute of Medicine (heute National Academy of Medicine) ist die höchste wissenschaftliche Autorität für Ernährungsempfehlungen in den USA. Diese Institution legt die Dietary Reference Intakes fest – die Referenzwerte für die empfohlene Nährstoffaufnahme.

Die Position des Institute of Medicine zu Cholesterin ist eindeutig und basiert auf der Gesamtheit der wissenschaftlichen Evidenz über Jahrzehnte: Die Cholesterinaufnahme sollte so gering wie möglich sein. Die Begründung: Jede Cholesterinaufnahme über null Milligramm erhöht die LDL-Cholesterinkonzentration im Blut und damit das Risiko für koronare Herzkrankheiten – den Killer Nummer eins weltweit.

Diese Empfehlung betrifft alle tierischen Produkte: Fleisch, Milchprodukte und Eier. Da Cholesterin ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt, bedeutet diese Empfehlung faktisch, den Konsum tierischer Produkte zu minimieren und pflanzliche Alternativen zu bevorzugen.

US Dietary Guidelines 2015-2025

Nach intensiven Diskussionen und Interventionen – unter anderem durch Dr. Kim Williams, der zu jener Zeit Präsident des American College of Cardiology war – wurden die offiziellen US Dietary Guidelines korrigiert. Sowohl die Richtlinien von 2015-2020 als auch die von 2020-2025 enthalten die klare Aussage: Menschen sollten „so wenig Cholesterin wie möglich“ zu sich nehmen („consume as little dietary cholesterol as possible“).

Diese Formulierung ist bemerkenswert eindeutig und steht im direkten Widerspruch zu den industriefinanzierten Kampagnen, die Cholesterin als unbedenklich darstellen. Die Guidelines betonen, dass die Empfehlung zur Minimierung des Cholesterinkonsums auf der Gesamtheit der wissenschaftlichen Evidenz basiert – nicht auf einem selektiven Zeitfenster industriefinanzierter Studien.

Wieviel Eier bei erhöhtem Cholesterin?

Menschen mit bereits erhöhtem Cholesterinspiegel oder bekanntem Herz-Kreislauf-Risiko sollten laut den führenden Kardiologen den regelmäßigen Konsum von Eigelb vermeiden. Dr. J. David Spence, ein renommierter Gefäßspezialist, formulierte es 2016 im Journal of Translational Internal Medicine deutlich: Der regelmäßige Konsum von Eigelb sollte von Menschen mit Risiko für Gefäßerkrankungen vermieden werden.

Und wer hat ein solches Risiko? Faktisch alle Nordamerikaner und Europäer, die erwarten, älter als das mittlere Lebensalter zu werden. In westlichen Industrienationen entwickelt praktisch jeder Mensch im Laufe seines Lebens eine gewisse Arteriosklerose. Der einzige Unterschied ist das Ausmaß – und das wird maßgeblich durch die Ernährung beeinflusst.

Konkret bedeutet dies: Wenn Sie Ihr Herz-Kreislauf-Risiko minimieren möchten, sollten Sie Eier stark einschränken oder ganz meiden. Gelegentlicher Konsum – etwa ein Ei pro Woche oder seltener – mag für manche Menschen akzeptabel sein, aber täglicher oder mehrfach wöchentlicher Konsum steht im Widerspruch zu den wissenschaftlichen Empfehlungen.

Praktische Konsequenzen für Ihre Ernährung

Alternativen zu Eiern

Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche pflanzliche Alternativen zu Eiern, die kein Cholesterin enthalten und die Herzgesundheit unterstützen. Für Backrezepte können gemahlene Leinsamen, Chiasamen, Apfelmus oder kommerzielle Ei-Ersatzprodukte verwendet werden. Beim Kochen können Tofu-Rührei oder Kichererbsenmehl-Omeletts traditionelle Eiergerichte ersetzen.

Diese pflanzlichen Alternativen liefern oft zusätzliche Vorteile: Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und gesündere Fettprofile. Sie tragen dazu bei, sowohl LDL-Cholesterin zu senken als auch HDL-Cholesterin zu erhöhen – die ideale Kombination für die Herzgesundheit.

Herzgesunde Ernährung nach Mittelmeerart

Die wissenschaftliche Evidenz unterstützt klar eine Ernährung nach Mittelmeerart: reich an frischem Gemüse, Obst, Salaten, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen, Kräutern und pflanzlichen Ölen wie Olivenöl. Diese Ernährungsweise ist in zahlreichen Studien mit deutlich niedrigeren Raten an Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert.

Interessanterweise spielt auch Fisch in der traditionellen Mittelmeerküche eine Rolle – allerdings in moderaten Mengen und nicht täglich. Pflanzliche Proteinquellen wie Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkornprodukte bilden die Basis. Diese Ernährungsweise liefert alle notwendigen Nährstoffe, ohne die Arterien mit überschüssigem Cholesterin zu belasten.

Langfristige Perspektive

Arteriosklerose entwickelt sich über Jahrzehnte. Die Entscheidungen, die Sie heute bei Ihrer Ernährung treffen, beeinflussen Ihr Herz-Kreislauf-Risiko in 10, 20 oder 30 Jahren. Jede Mahlzeit ist eine Gelegenheit, Ihre Arterien zu schützen oder zu belasten.

Die wissenschaftliche Evidenz zeigt klar: Der Verzicht auf cholesterinreiche Lebensmittel wie Eigelb ist eine der effektivsten präventiven Maßnahmen gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Kombiniert mit regelmäßiger Bewegung, Nichtrauchen und einer insgesamt pflanzlich orientierten Ernährung können Sie Ihr Risiko erheblich senken.

Kritischer Umgang mit Ernährungsinformationen

Die Geschichte der Eier und des Cholesterins lehrt uns eine wichtige Lektion: Seien Sie kritisch bei Ernährungsinformationen, besonders wenn wirtschaftliche Interessen im Spiel sind. Fragen Sie sich immer: Wer finanziert diese Studie? Welche Interessenkonflikte könnten bestehen?

Verlassen Sie sich auf die Gesamtheit der wissenschaftlichen Evidenz über lange Zeiträume, nicht auf einzelne Studien. Institutionen wie das Institute of Medicine oder die American Heart Association basieren ihre Empfehlungen auf umfassenden Reviews tausender Studien. Diese Gesamtschau ist verlässlicher als jede einzelne industriefinanzierte Studie.

Wissenschaftliche Quellen