Erhöhte Cholesterinwerte betreffen Millionen Menschen in Deutschland. Viele suchen nach natürlichen Methoden, um ihren Cholesterinspiegel zu senken, ohne sofort zu Medikamenten zu greifen. Nüsse und Cholesterin – diese Kombination könnte eine wissenschaftlich fundierte Lösung bieten. Zahlreiche Studien belegen: Der regelmäßige Verzehr von Nüssen kann das schädliche LDL-Cholesterin signifikant reduzieren und gleichzeitig die Herzgesundheit fördern. Doch welche Nüsse sind am effektivsten? Wie viele sollte man täglich essen? Und funktionieren rohe Nüsse besser als geröstete? In diesem umfassenden Artikel erfahren Sie alles über die cholesterinsenkende Wirkung von Nüssen – wissenschaftlich fundiert und praktisch anwendbar.
Inhaltsverzeichnis
- Wichtigste Erkenntnisse
- Nüsse und Cholesterin: Die wissenschaftliche Evidenz
- Welche Nüsse senken den Cholesterinspiegel am effektivsten?
- Die optimale Tages dosis: Wie viele Nüsse sollten Sie essen?
- Warum Nüsse den Cholesterinspiegel senken
- Rohe vs. geröstete Nüsse: Der entscheidende Unterschied
- Nüsse und Herzgesundheit: Mehr als nur Cholesterinsenkung
- So integrieren Sie Nüsse in Ihre Ernährung
- Häufig gestellte Fragen
- Wissenschaftliche Quellen
Wichtigste Erkenntnisse
- Nüsse senken LDL-Cholesterin effektiv: Meta-Analysen zeigen, dass der tägliche Verzehr von etwa 67 Gramm Nüssen das schädliche LDL-Cholesterin um durchschnittlich 7,4% reduzieren kann.
- Bereits kleine Mengen wirken: Schon eine Handvoll Nüsse täglich (20-25 Gramm) kann messbare Effekte auf die Blutfettwerte haben.
- Walnüsse, Mandeln und Pistazien führen: Diese drei Nusssorten zeigen in Studien die stärkste cholesterinsenkende Wirkung, wobei Pistazien mit einer Reduktion von 6,6 mg/dl besonders hervorstechen.
- Keine Gewichtszunahme trotz Kalorien: Obwohl Nüsse energiereich sind, führt ihr Verzehr nicht zu Gewichtszunahme, da sie stark sättigen und automatisch andere Lebensmittel reduziert werden.
- Ungesättigte Fettsäuren sind der Schlüssel: Die cholesterinsenkende Wirkung basiert hauptsächlich auf dem hohen Gehalt an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Omega-3-Fettsäuren in Walnüssen.
- Rohe Nüsse sind gesünder: Ungersostete Nüsse enthalten deutlich weniger AGEs (Advanced Glycation End Products), die oxidativen Stress und Entzündungen fördern können.
- Auch Triglyceride profitieren: Bei Menschen mit erhöhten Ausgangswerten können Nüsse die Triglyceride um bis zu 20,6 mg/dl senken.
- Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt: Eine tägliche Handvoll Nüsse als Teil einer ausgewogenen, herzgesunden Ernährung.
- Wirkung nach 4-6 Wochen messbar: Die cholesterinsenkenden Effekte zeigen sich bereits nach einem Monat regelmäßigen Verzehrs in den Blutfettwerten.
- Nüsse ersetzen keine Medikamente: Bei medizinisch verordneten Cholesterinsenkern sollten Nüsse als Ergänzung, nicht als Ersatz betrachtet werden – sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Nüsse und Cholesterin: Die wissenschaftliche Evidenz
Die Verbindung zwischen Nüssen und Cholesterin ist wissenschaftlich gut dokumentiert. Eine umfassende Meta-Analyse, die 25 Interventionsstudien mit insgesamt 583 Teilnehmern auswertete, liefert überzeugende Ergebnisse: Der durchschnittliche Verzehr von 67 Gramm Nüssen pro Tag führte zu einer Reduktion des Gesamtcholesterins um 10,9 mg/dl (5,1%) und des LDL-Cholesterins um 10,2 mg/dl (7,4%). Diese Werte sind klinisch relevant und vergleichbar mit milden medikamentösen Interventionen.
Besonders bemerkenswert: Die cholesterinsenkende Wirkung von Nüssen zeigt eine Dosis-Wirkungs-Beziehung. Je mehr Nüsse konsumiert werden, desto stärker der Effekt auf die Blutfettwerte. Gleichzeitig profitieren Menschen mit bereits erhöhten LDL-Werten und niedrigerem Body-Mass-Index (BMI) am meisten von der Intervention.
Welche Studien belegen die cholesterinsenkende Wirkung von Nüssen?
Die Evidenz für die cholesterinsenkende Wirkung von Nüssen stammt aus mehr als einem Dutzend randomisierten, kontrollierten Studien. Eine zweijährige Langzeitstudie mit Walnüssen zeigte, dass die Interventionsgruppe nach 24 Monaten ein medianes LDL-Cholesterin von 4,3 mg/dl niedriger hatte als vor Beginn, während die Gesamtcholesterinwerte um 8,5 mg/dl sanken. Diese Studie verwendete Kernspinresonanzspektroskopie, eine hochpräzise Methode zur Messung der Lipoprotein-Konzentration im Blut.
Weitere Untersuchungen konzentrierten sich auf verschiedene Nussarten. Bei Mandeln zeigten Studien mit Dosen von 40-75 Gramm pro Tag eine LDL-Reduktion von 4-9% innerhalb von 4-16 Wochen. Pistazienreiche Diäten erwiesen sich in vergleichenden Analysen als besonders effektiv mit einer Reduktion von 6,6 mg/dl, gefolgt von Mandeln (4,6 mg/dl) und Walnüssen (3,5 mg/dl).
Wie viel Prozent senken Nüsse das LDL-Cholesterin?
Die prozentuale Reduktion des LDL-Cholesterins durch Nüsse liegt im Durchschnitt bei 7,4%, kann aber je nach Ausgangswerten, Nussmenge und individuellen Faktoren zwischen 6% und 30% variieren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Handvoll Nüsse, was etwa 25-30 Gramm entspricht, als Teil einer herzgesunden Ernährung. Mit dieser Menge lässt sich eine Reduktion von etwa 5-7% erwarten, was das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen signifikant senken kann.
Wichtig zu verstehen: Die prozentuale Reduktion ist abhängig vom Ausgangswert. Jemand mit einem LDL-Cholesterin von 160 mg/dl würde bei 7,4% Reduktion auf etwa 148 mg/dl kommen – ein klinisch bedeutsamer Unterschied, der das Risiko für Arteriosklerose und Herzerkrankungen verringert.
Welche Nüsse senken den Cholesterinspiegel am effektivsten?
Nicht alle Nüsse sind gleich, wenn es um die Cholesterinsenkung geht. Die wissenschaftliche Literatur zeigt deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Nusssorten, sowohl in ihrer Wirksamkeit als auch in den erforderlichen Dosierungen.
Welche Nüsse senken den Cholesterinspiegel am besten?
An der Spitze stehen Pistazien, die in Meta-Analysen die stärkste Reduktion des LDL-Cholesterins zeigten (-0,17 mmol/L oder 6,6 mg/dl). Dicht gefolgt von Mandeln mit einer durchschnittlichen Reduktion von 4,6 mg/dl und Walnüssen mit 3,5 mg/dl. Diese Rangfolge basiert auf direkten Vergleichsstudien, die verschiedene Nussarten unter gleichen Bedingungen testeten.
Weitere wirksame Nusssorten sind:
- Macadamianüsse: Enthalten besonders viele einfach ungesättigte Fettsäuren und können in höheren Dosen effektiv sein
- Haselnüsse: Reich an Vitamin E und Phytosterinen, die die Cholesterinaufnahme hemmen
- Pekannüsse: Hoher Gehalt an Antioxidantien und ungesättigten Fettsäuren
- Cashewkerne: Moderate Wirkung auf LDL-Cholesterin bei gleichzeitiger Verbesserung des HDL-Cholesterins
- Paranüsse: Enthalten Selen, das antioxidative Wirkung hat
Was ist besser gegen Cholesterin: Walnüsse oder Mandeln?
Der direkte Vergleich zwischen Walnüssen und Mandeln zeigt: Beide sind hocheffektiv, aber auf unterschiedliche Weise. Mandeln zeigen in Studien mit 40-75 Gramm pro Tag eine LDL-Reduktion von 4-9%. Walnüsse hingegen punkten mit ihrem außergewöhnlich hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure), die nicht nur das LDL-Cholesterin senken, sondern auch entzündungshemmend wirken und kleine, dichte LDL-Partikel reduzieren – die besonders gefährliche Form des schlechten Cholesterins.
Die Empfehlung lautet daher: Eine Mischung verschiedener Nussarten ist ideal, um von den unterschiedlichen Nährstoffprofilen zu profitieren. Wenn Sie sich für eine Nuss entscheiden müssen, sind sowohl Walnüsse als auch Mandeln exzellente Wahl en mit wissenschaftlich belegter Wirkung.
Sind Erdnüsse genauso wirksam wie andere Nüsse gegen Cholesterin?
Obwohl Erdnüsse botanisch gesehen Hülsenfrüchte sind, werden sie ernährungsphysiologisch zu den Nüssen gezählt. Sie enthalten ähnliche gesunde Fette und zeigen in Studien ebenfalls cholesterinsenkende Effekte, allerdings etwas schwächer als Walnüsse, Mandeln oder Pistazien. Der Vorteil von Erdnüssen: Sie sind deutlich günstiger und daher eine kosteneffektive Option für Menschen, die täglich Nüsse in ihre Ernährung integrieren möchten. Ungesalzene, ungeröstete Erdnüsse sind hierbei die beste Wahl.
Die optimale Tagesdosis: Wie viele Nüsse sollten Sie essen?
Wie viele Nüsse sollte man täglich essen, um Cholesterin zu senken?
Die wissenschaftliche Literatur zeigt einen breiten Bereich wirksamer Dosierungen. Die optimale Menge liegt bei etwa 25-67 Gramm pro Tag, je nach individuellen Zielen und Ausgangswerten:
- Minimale wirksame Dosis: 10-20 Gramm pro Tag (etwa eine kleine Handvoll oder 7-15 Nüsse)
- Empfohlene Standarddosis: 25-30 Gramm pro Tag (eine gute Handvoll) – entspricht der DGE-Empfehlung
- Maximale studienbasierte Dosis: 67 Gramm pro Tag (etwa zwei große Handvoll) für stärkste Effekte
Eine praktische Faustregel: Eine Handvoll Nüsse täglich ist für die meisten Menschen ausreichend, um messbare Verbesserungen der Blutfettwerte zu erzielen. Dies entspricht etwa 25-30 Gramm oder 150-200 Kilokalorien.
Wie viele Walnüsse am Tag, um Cholesterin zu senken?
Für Walnüsse speziell empfehlen Studien 40-43 Gramm pro Tag, was etwa einer halben Tasse oder 7-8 ganzen Walnüssen entspricht. Diese Menge zeigte in einer zweijährigen Langzeitstudie eine signifikante Verbesserung der Lipidwerte ohne Gewichtszunahme. Walnüsse sind besonders reich an Alpha-Linolensäure (ALA), einer pflanzlichen Omega-3-Fettsäure, die zusätzlich zur Cholesterinsenkung entzündungshemmend wirkt.
Wie lange muss man Nüsse essen, um eine Wirkung zu sehen?
Die gute Nachricht: Sie müssen nicht monatelang warten. Erste messbare Effekte auf die Blutfettwerte zeigen sich bereits nach 4-6 Wochen regelmäßigen Nussverzehrs. Die meisten Studien verwendeten Interventionszeiträume von 4-8 Wochen und konnten in diesem Zeitraum signifikante Reduktionen des LDL-Cholesterins nachweisen.
Für langfristige, nachhaltige Effekte und maximale kardiovaskuläre Vorteile sollten Nüsse jedoch dauerhaft in die Ernährung integriert werden. Die Langzeitdaten über zwei Jahre zeigen: Die Effekte bleiben erhalten und können sich sogar noch verstärken, wenn Nüsse konsequent als Teil einer gesunden Ernährung konsumiert werden.
Warum Nüsse den Cholesterinspiegel senken
Warum senken Nüsse den Cholesterinspiegel?
Die cholesterinsenkende Wirkung von Nüssen beruht auf einem komplexen Zusammenspiel mehrerer Mechanismen:
1. Substitution gesättigter Fette: Wenn Nüsse andere Snacks oder Mahlzeitbestandteile ersetzen, reduziert sich automatisch die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren und Transfetten, die den LDL-Cholesterinspiegel erhöhen.
2. Ungesättigte Fettsäuren senken LDL: Die in Nüssen reichlich vorhandenen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren verbessern den Fettstoffwechsel und reduzieren die Produktion von VLDL-Partikeln in der Leber, den Vorläufern des LDL-Cholesterins.
3. Phytosterine blockieren Aufnahme: Nüsse enthalten pflanzliche Sterole (Phytosterine), die strukturell dem Cholesterin ähneln und dessen Aufnahme im Darm kompetitiv hemmen. Dadurch wird mehr Cholesterin ausgeschieden statt ins Blut aufgenommen.
4. Ballaststoffe binden Gallensäuren: Die löslichen Ballaststoffe in Nüssen binden Gallensäuren im Darm, die Cholesterin enthalten. Der Körper muss dann mehr Cholesterin aus dem Blut zur Gallensäureproduktion verwenden, was den Cholesterinspiegel senkt.
5. Antioxidantien schützen LDL: Nüsse sind reich an Vitamin E, Polyphenolen und anderen Antioxidantien, die LDL-Cholesterin vor Oxidation schützen. Oxidiertes LDL ist besonders gefährlich für die Arterienwände und fördert Arteriosklerose.
Welche Inhaltsstoffe in Nüssen senken LDL-Cholesterin?
Die wichtigsten cholesterinsenkenden Inhaltsstoffe in Nüssen sind:
- Ungesättigte Fettsäuren: 50-70% des Fettgehalts, hauptsächlich Ölsäure (Omega-9) und Linolsäure (Omega-6)
- Alpha-Linolensäure (ALA): Besonders in Walnüssen, eine pflanzliche Omega-3-Fettsäure
- Phytosterine: 95-270 mg pro 100g Nüsse, hemmen die Cholesterinaufnahme
- Lösliche Ballaststoffe: 2-4g pro Portion, binden Gallensäuren
- Polyphenole: Starke Antioxidantien, besonders reichlich in Walnüssen und Haselnüssen
- L-Arginin: Eine Aminosäure, die die Gefäßfunktion verbessert
- Magnesium: Unterstützt die Gefäßgesundheit und verbessert den Glukosestoffwechsel
Rohe vs. geröstete Nüsse: Der entscheidende Unterschied
Sind geröstete Nüsse genauso wirksam wie rohe Nüsse gegen Cholesterin?
Hier liegt ein wichtiger, oft übersehener Aspekt: Rohe Nüsse sind aus gesundheitlicher Sicht deutlich vorzuziehen. Der Grund sind Advanced Glycation End Products (AGEs), auch Glykotoxine genannt, die bei hohen Temperaturen in fett- und proteinreichen Lebensmitteln entstehen.
AGEs tragen zu oxidativem Stress und chronischen Entzündungen bei – beides Faktoren, die das kardiovaskuläre Risiko erhöhen. Bei der Röstung von Nüssen steigt der AGE-Gehalt dramatisch an. Während gekochter Tofu beispielsweise niedrige AGE-Werte aufweist, enthält gegrillter oder gerösteter Tofu ein Vielfaches. Gleiches gilt für Nüsse: Rohe Nüsse und Samen haben niedrige AGE-Werte, geröstete Nüsse liegen deutlich höher.
Das bedeutet konkret: Wählen Sie wann immer möglich rohe, ungeröstete Nüsse. Dies gilt auch für Nussbutter – achten Sie auf Produkte aus rohen Nüssen ohne Zusatz von Öl oder Zucker.
Welche Nüsse haben den niedrigsten Cholesteringehalt?
Eine häufige Frage, aber eigentlich irrelevant: Alle Nüsse sind cholesterinfrei, da Cholesterin ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Pflanzliche Lebensmittel, einschließlich aller Nussarten, enthalten kein Cholesterin. Stattdessen enthalten sie Phytosterine – pflanzliche Sterole, die dem Cholesterin ähneln, aber dessen Aufnahme im Darm blockieren und somit aktiv zur Cholesterinsenkung beitragen.
Die relevante Frage sollte daher lauten: Welche Nüsse haben das günstigste Fettsäureprofil? Hier führen Walnüsse, Mandeln und Pistazien mit dem höchsten Anteil an ungesättigten Fettsäuren.
Können zu viele Nüsse den Cholesterinspiegel erhöhen?
Grundsätzlich nein. Es gibt keine Evidenz dafür, dass der Verzehr von Nüssen – selbst in größeren Mengen – den Cholesterinspiegel erhöht. Allerdings gibt es praktische Grenzen: Nüsse sind kalorienreich (etwa 600-700 kcal pro 100g), und übermäßiger Verzehr ohne Substitution anderer Lebensmittel kann zu Gewichtszunahme führen. Übergewicht wiederum erhöht das kardiovaskuläre Risiko.
Die Lösung: Nüsse als Ersatz für weniger gesunde Snacks verwenden, nicht zusätzlich konsumieren. Ersetzen Sie Chips, Kekse oder andere verarbeitete Snacks durch Nüsse – so profitieren Sie von den cholesterinsenkenden Effekten ohne zusätzliche Kalorien.
Nüsse und Herzgesundheit: Mehr als nur Cholesterinsenkung
Können Nüsse Herzerkrankungen vorbeugen?
Absolut – und die Evidenz ist überwältigend. Nüsse senken nicht nur das LDL-Cholesterin, sie bieten ein ganzes Paket an kardioprotektiven Effekten:
- Reduktion der Arteriosklerose: Durch Senkung des LDL-Cholesterins und antioxidative Wirkung verlangsamen Nüsse die Plaquebildung in den Arterien
- Verbesserung der Gefäßfunktion: L-Arginin in Nüssen fördert die Produktion von Stickstoffmonoxid, das die Blutgefäße erweitert und die Durchblutung verbessert
- Entzündungshemmung: Omega-3-Fettsäuren und Polyphenole reduzieren chronische Entzündungen, einen Hauptrisikofaktor für Herzerkrankungen
- Blutdrucksenkung: Regelmäßiger Nussverzehr kann den Blutdruck moderat senken
- Verbesserung der Blutfettw erte: Neben LDL-Cholesterin verbessern sich auch Triglyceride und das HDL-Cholesterin
Langzeitstudien zeigen: Menschen, die regelmäßig Nüsse essen, haben ein um 30-50% reduziertes Risiko für koronare Herzerkrankungen im Vergleich zu Menschen, die selten oder nie Nüsse konsumieren.
Können Nüsse das HDL-Cholesterin (gutes Cholesterin) erhöhen?
Die Studien zu diesem Thema zeigen gemischte Ergebnisse. Während Nüsse das LDL-Cholesterin zuverlässig senken, ist der Effekt auf das HDL-Cholesterin (das „gute“ Cholesterin) meist neutral bis leicht positiv. Manche Studien zeigen eine geringe Erhöhung des HDL, andere keine Veränderung.
Entscheidender als die absolute HDL-Höhe ist jedoch der LDL/HDL-Quotient – das Verhältnis von schlechtem zu gutem Cholesterin. Dieser verbessert sich durch Nussverzehr deutlich, da das LDL sinkt, während das HDL stabil bleibt oder leicht steigt. Ein niedrigerer LDL/HDL-Quotient ist mit einem geringeren kardiovaskulären Risiko assoziiert.
Wie wirken sich Nüsse auf Triglyceride aus?
Bei Menschen mit erhöhten Ausgangswerten können Nüsse die Triglyceride signifikant senken – Studien zeigen Reduktionen von bis zu 20,6 mg/dl. Besonders wirksam sind Walnüsse durch ihren hohen Omega-3-Gehalt. Bei Menschen mit normalen Triglyceridwerten ist der Effekt hingegen minimal.
Dies ist ein wichtiger Punkt: Nüsse wirken besonders gut bei Menschen mit erhöhten Ausgangswerten. Je höher Ihr LDL-Cholesterin oder Ihre Triglyceride zu Beginn sind, desto stärker profitieren Sie vom regelmäßigen Nussverzehr.
So integrieren Sie Nüsse in Ihre Ernährung
Wann sollte man Nüsse essen: morgens oder abends?
Die gute Nachricht: Der Zeitpunkt ist für die cholesterinsenkende Wirkung nicht entscheidend. Studien, die verschiedene Verzehrszeiten verglichen, fanden keine signifikanten Unterschiede in den Blutfettw erten. Entscheidend ist die regelmäßige, tägliche Aufnahme.
Praktische Empfehlungen:
- Morgens: Nüsse im Müsli oder als Topping auf Haferflocken sorgen für langanhaltende Sättigung
- Mittags/Nachmittags: Als Snack zwischen den Mahlzeiten verhindern sie Heißhungerattacken
- Abends: Als Bestandteil eines Salats oder als gesunde Alternative zu Chips vor dem Fernseher
Praktische Tipps für den Alltag:
- Bereiten Sie Portionsbeutel mit 25-30g Nüssen vor und nehmen Sie diese mit zur Arbeit
- Streuen Sie gehackte Nüsse über Salate, Suppen oder Gemüsegerichte
- Verwenden Sie Nussmus (aus rohen Nüssen) als Brotaufstrich statt Butter oder Margarine
- Mixen Sie Nüsse in Smoothies für extra Protein und gesunde Fette
- Ersetzen Sie panierte Fleisch- oder Fischgerichte durch nussig panierte Varianten
- Verwenden Sie gemahlene Nüsse als Mehlersatz in Backrezepten
Häufig gestellte Fragen
Können Nüsse cholesterinsenkende Medikamente ersetzen?
Nein, auf keinen Fall eigenständig. Wenn Ihr Arzt Ihnen cholesterinsenkende Medikamente (Statine) verschrieben hat, sollten Sie diese nicht ohne Rücksprache absetzen. Nüsse können jedoch eine sinnvolle Ergänzung zur medikamentösen Therapie sein und möglicherweise die benötigte Medikamentendosis reduzieren.
Bei leicht erhöhten Cholesterinwerten, die noch nicht medikamentös behandelt werden müssen, können Nüsse in Kombination mit anderen Ernährungsumstellungen (mehr Vollkorn, mehr Gemüse, weniger gesättigte Fette) eine medikamentöse Behandlung hinauszögern oder vermeiden helfen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über einen individualisierten Ernährungsplan.
Was sagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu Nüssen und Cholesterin?
Die DGE empfiehlt im Rahmen einer herzgesunden Ernährung eine Handvoll Nüsse täglich (etwa 25g). Diese Empfehlung basiert auf der umfangreichen wissenschaftlichen Evidenz für die kardioprotektiven Effekte von Nüssen, einschließlich der Cholesterinsenkung. Die DGE betont, dass Nüsse als Substitut für weniger gesunde Fette und Snacks verzehrt werden sollten, nicht zusätzlich zur üblichen Ernährung.
Wichtig: Die DGE empfiehlt ungesalzene, ungeröstete Nüsse, um die Natriumaufnahme zu begrenzen und den AGE-Gehalt niedrig zu halten.
Wie schnell wirken Nüsse gegen hohes Cholesterin?
Die meisten Studien zeigen messbare Effekte auf die Blutfettwerte nach 4-6 Wochen regelmäßigen täglichen Nussverzehrs. Einige Interventionen fanden bereits nach 3-4 Wochen signifikante Reduktionen des LDL-Cholesterins. Die maximalen Effekte werden oft nach 2-3 Monaten erreicht und bleiben bei kontinuierlichem Verzehr stabil.
Für einen objektiven Vergleich: Lassen Sie vor Beginn Ihrer Ernährungsumstellung ein Lipidprofil beim Arzt erstellen, integrieren Sie dann 4-8 Wochen lang täglich Nüsse in Ihre Ernährung, und kontrollieren Sie die Werte erneut. So können Sie die individuelle Wirkung bei sich selbst beurteilen.
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