SONNTAG, 30. NOVEMBER 2025
Medizinische Illustration des Herz-Kreislauf-Systems: Transparenter Oberkörper zeigt Herz, Arterien (rot) und Venen (blau) mit Blutfluss durch Lunge

Herz & Blut: Der Blutkreislauf erklärt

Unser Herz schlägt etwa 100.000 Mal pro Tag und pumpt dabei bis zu 10.000 Liter Blut durch ein verzweigtes Netzwerk von Blutgefäßen. Dieser Blutkreislauf versorgt jede einzelne Zelle unseres Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen – und hält uns am Leben. Doch was passiert genau, wenn das Herz Blut durch unseren Körper pumpt? Und noch wichtiger: Wie können wir unsere Blutgefäße gesund halten und sogar verjüngen?

Wichtigste Erkenntnisse

  • Lebenswichtiger Motor: Das Herz pumpt täglich etwa 10.000 Liter Blut durch den Körper und schlägt rund 100.000 Mal – ein unermüdlicher Lebensmotor.
  • Zwei Kreisläufe: Der Blutkreislauf besteht aus dem Lungenkreislauf (sauerstoffarmes Blut zur Lunge) und dem Körperkreislauf (sauerstoffreiches Blut zu allen Organen).
  • Gefäßnetzwerk: Arterien transportieren sauerstoffreiches Blut vom Herzen weg, Venen führen sauerstoffarmes Blut zum Herzen zurück, Kapillaren ermöglichen den Stoffaustausch in den Geweben.
  • Endothel als Schutzschicht: Die innerste Schicht der Blutgefäße (Endothel) hält das Blut flüssig und ermöglicht reibungslosen Blutfluss.
  • Reparaturzellen aus dem Knochenmark: Endotheliale Progenitorzellen (EPCs) wandern aus dem Knochenmark ins Blut und reparieren Schäden an den Gefäßwänden.
  • Höhere EPCs = längeres Leben: Studien zeigen, dass höhere EPC-Zahlen mit signifikant reduziertem Risiko für kardiovaskulären Tod korrelieren.
  • Rauchen ist extrem schädlich: Bereits eine Zigarette pro Tag erhöht das Herz-Kreislauf-Risiko zehnfach – es gibt kein sicheres Niveau des Rauchens.
  • Bewegung verdoppelt EPCs: Drei Monate moderates aerobes Training (Gehen, Joggen) verdoppelten die EPCs im Blutkreislauf bei älteren Menschen.
  • Gesättigte Fette reduzieren: Der Verzicht auf gesättigte Fette (Butter) erhöhte die EPC-Zahlen signifikant und verbesserte die Gefäßgesundheit.
  • Pflanzliche Power-Foods: Beeren, Zwiebeln und grüner Tee steigern nachweislich die zirkulierenden EPCs und verbessern die Endothelfunktion.

Grundlagen des Blutkreislaufs

Der Blutkreislauf des Menschen ist ein geschlossenes System aus Herz und Blutgefäßen, das jede Zelle unseres Körpers mit lebenswichtigen Stoffen versorgt. Ohne diesen kontinuierlichen Blutfluss würden unsere Zellen innerhalb von Minuten absterben.

Was ist der Blutkreislauf des Menschen?

Der Blutkreislauf ist ein verzweigtes Transportsystem, das Sauerstoff, Nährstoffe, Hormone und Botenstoffe zu den Zellen bringt und gleichzeitig Kohlendioxid sowie Stoffwechselprodukte abtransportiert. Das System funktioniert wie ein Netzwerk von Straßen: Das Herz ist die zentrale Pumpstation, die Blutgefäße sind die Transportwege, und das Blut ist das Transportmittel.

Warum pumpt das Herz Blut durch den Körper?

Unser Körper benötigt einen konstanten Nachschub an Sauerstoff und Nährstoffen, um zu funktionieren. Gleichzeitig müssen Abfallprodukte wie Kohlendioxid schnell entfernt werden. Das Herz sorgt durch seine rhythmischen Kontraktionen dafür, dass das Blut kontinuierlich zirkuliert und dieser lebenswichtige Austausch stattfinden kann. Mit jedem Herzschlag werden etwa 80 Milliliter Blut in den Kreislauf gepumpt.

Wie viel Blut pumpt das Herz pro Tag?

Bei einer durchschnittlichen Herzfrequenz von 70 Schlägen pro Minute pumpt das Herz etwa 5 bis 6 Liter Blut pro Minute durch den Körper. Das entspricht rund 7.200 bis 10.000 Litern pro Tag. Bei körperlicher Anstrengung kann diese Menge auf bis zu 25 Liter pro Minute ansteigen – eine beeindruckende Leistung für ein Organ, das nur etwa so groß ist wie eine geballte Faust und rund 300 Gramm wiegt.

Anatomie des Herzens

Das Herz ist ein Hohlmuskel mit vier Kammern, der als zentrale Pumpe des Blutkreislaufs arbeitet. Um zu verstehen, wie das Blut durch den Körper fließt, müssen wir zunächst den Aufbau des Herzens kennen.

Was sind die 4 Herzkammern und ihre Funktion?

Das Herz besteht aus vier Kammern: dem rechten Vorhof, der rechten Hauptkammer (Ventrikel), dem linken Vorhof und der linken Hauptkammer. Der rechte Vorhof sammelt sauerstoffarmes Blut aus dem Körper und leitet es in die rechte Kammer weiter, die es zur Lunge pumpt. Der linke Vorhof empfängt sauerstoffreiches Blut aus der Lunge und gibt es an die linke Kammer ab, die mit kräftigen Kontraktionen das Blut in den gesamten Körper pumpt.

Welche Rolle spielen Herzklappen im Blutfluss?

Die vier Herzklappen arbeiten wie Ventile und verhindern, dass das Blut in die falsche Richtung fließt. Sie öffnen und schließen sich passiv durch Druckunterschiede: Wenn sich eine Herzkammer zusammenzieht, öffnet sich die nachfolgende Klappe und das Blut strömt hindurch. Sobald die Kammer erschlafft, schließt sich die Klappe wieder und verhindert den Rückfluss. Dieses perfekt abgestimmte System garantiert einen effizienten, gerichteten Blutfluss.

Wie fließt das Blut durch das Herz?

Der Blutfluss durch das Herz folgt einem präzisen Ablauf: Sauerstoffarmes Blut aus dem Körper fließt über die obere und untere Hohlvene in den rechten Vorhof. Von dort gelangt es in die rechte Kammer und wird über die Lungenschlagader zur Lunge gepumpt. In der Lunge wird Kohlendioxid abgegeben und Sauerstoff aufgenommen. Das nun sauerstoffreiche Blut kehrt über die Lungenvenen zum linken Vorhof zurück, fließt in die linke Kammer und wird von dort über die Aorta (Hauptschlagader) in den gesamten Körper gepumpt.

Wie wird das Herz mit Blut versorgt?

Das Herz selbst benötigt ebenfalls eine kontinuierliche Sauerstoffversorgung, um seine Pumparbeit zu leisten. Diese erfolgt über die Herzkranzgefäße (Koronararterien), die direkt von der Aorta abzweigen und das Herzmuskelgewebe mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Obwohl das Herz ständig Blut pumpt, kann es dieses nicht direkt nutzen – es ist auf seine eigenen Blutgefäße angewiesen.

Die zwei Kreisläufe

Der Blutkreislauf des Menschen besteht aus zwei parallel arbeitenden Systemen: dem Lungenkreislauf (kleiner Kreislauf) und dem Körperkreislauf (großer Kreislauf). Beide sind eng miteinander verbunden und bilden zusammen einen geschlossenen Kreislauf.

Wie funktioniert der Lungenkreislauf?

Der Lungenkreislauf, auch kleiner Kreislauf genannt, beginnt in der rechten Herzkammer. Von dort wird sauerstoffarmes, kohlendioxidreiches Blut über die Lungenschlagader zu beiden Lungenflügeln gepumpt. In den feinen Lungenbläschen (Alveolen) findet der Gasaustausch statt: Kohlendioxid wird abgeatmet, Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft wird aufgenommen. Das nun sauerstoffreiche Blut fließt über die Lungenvenen zurück zum linken Vorhof des Herzens. Die Bezeichnung „kleiner Kreislauf“ bezieht sich auf die kurze Strecke – nicht auf die Bedeutung dieses lebenswichtigen Systems.

Wie funktioniert der Körperkreislauf?

Der Körperkreislauf startet in der linken Herzkammer, die das sauerstoffreiche Blut mit hohem Druck in die Aorta pumpt. Von dort verzweigt sich das Gefäßsystem wie ein Baum: Die großen Arterien teilen sich in immer kleinere Äste, bis das Blut schließlich durch hauchfeine Kapillaren fließt, die jedes Organ und jede Zelle erreichen. Hier findet der Stoffaustausch statt: Sauerstoff und Nährstoffe gelangen ins Gewebe, während Kohlendioxid und Abfallstoffe ins Blut abgegeben werden. Das nun sauerstoffarme Blut sammelt sich in den Venen und fließt über die obere und untere Hohlvene zurück zum rechten Vorhof.

Wie schnell fließt das Blut durch den Körper?

Die Geschwindigkeit des Blutflusses variiert stark je nach Gefäßtyp. In der Aorta fließt das Blut mit etwa 40 Zentimetern pro Sekunde, in großen Arterien mit 10 bis 20 Zentimetern pro Sekunde. In den Kapillaren verlangsamt sich der Fluss auf etwa 0,05 Zentimeter pro Sekunde – diese Verlangsamung ist wichtig, damit genügend Zeit für den Stoffaustausch bleibt. Ein Blutpartikel benötigt etwa 60 Sekunden für einen kompletten Umlauf durch den gesamten Kreislauf.

Das Blutgefäßsystem

Die Blutgefäße bilden ein verzweigtes Netzwerk, das sich durch den gesamten Körper zieht. Man unterscheidet drei Haupttypen: Arterien, Venen und Kapillaren.

Was ist der Unterschied zwischen Arterien und Venen?

Arterien transportieren Blut vom Herzen weg zu den Organen. Sie haben dicke, elastische Wände, die dem hohen Druck standhalten, mit dem das Herz das Blut in den Kreislauf pumpt. Mit Ausnahme der Lungenschlagader führen Arterien sauerstoffreiches Blut. Venen hingegen führen Blut zum Herzen zurück. Ihre Wände sind dünner, da der Druck niedriger ist. Sie enthalten Venenklappen, die verhindern, dass das Blut aufgrund der Schwerkraft zurückfließt. Mit Ausnahme der Lungenvenen transportieren Venen sauerstoffarmes Blut.

Was sind Kapillaren und welche Funktion haben sie?

Kapillaren sind die kleinsten Blutgefäße des Körpers – so dünn, dass rote Blutkörperchen einzeln hindurchpassen müssen. Sie bilden ein feines Netz zwischen Arterien und Venen und sind der Ort, an dem der eigentliche Stoffaustausch stattfindet. Ihre hauchdünnen Wände (nur eine Zellschicht dick) ermöglichen den Austausch von Sauerstoff, Nährstoffen, Kohlendioxid und Abfallstoffen zwischen Blut und Gewebe. Der Körper eines Erwachsenen enthält schätzungsweise 40 Milliarden Kapillaren mit einer Gesamtoberfläche von etwa 1.000 Quadratmetern.

Welche Organe erhalten am meisten Blut?

Die Blutverteilung im Körper richtet sich nach dem Sauerstoffbedarf der Organe. Die Nieren erhalten mit etwa 20 bis 25 Prozent des gesamten Blutflusses den höchsten Anteil – obwohl sie nur etwa 0,5 Prozent des Körpergewichts ausmachen. Das Gehirn erhält etwa 13 Prozent, die Leber 25 Prozent (davon 20 Prozent über die Pfortader mit nährstoffreichem Blut aus dem Darm), die Skelettmuskulatur etwa 15 Prozent in Ruhe (bis zu 80 Prozent bei maximaler Belastung), und das Herz selbst erhält etwa 5 Prozent.

Das Endothel: Innere Auskleidung der Gefäße

Die innerste Schicht aller Blutgefäße wird als Endothel bezeichnet – eine dünne, aber lebenswichtige Zellschicht, die für den reibungslosen Blutfluss sorgt.

Warum ist Sauerstoff im Blut so wichtig?

Sauerstoff ist der Treibstoff unserer Zellen. In den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen, wird Sauerstoff genutzt, um aus Nährstoffen Energie (ATP) zu gewinnen. Dieser Prozess nennt sich Zellatmung. Ohne kontinuierliche Sauerstoffversorgung können Zellen keine Energie produzieren und sterben ab. Besonders empfindlich sind Nervenzellen: Gehirnzellen beginnen bereits nach 3 bis 5 Minuten ohne Sauerstoff zu sterben – daher ist bei einem Herzstillstand schnelles Handeln lebenswichtig.

Wie gelangt Sauerstoff ins Blut?

Der Sauerstoff gelangt über die Atmung in unseren Körper. Wenn wir einatmen, strömt sauerstoffreiche Luft in die Lungenbläschen (Alveolen). Dort sind die Wände so dünn, dass Sauerstoff direkt ins Blut der umgebenden Kapillaren diffundieren kann. Im Blut bindet sich der Sauerstoff an das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und wird so durch den gesamten Körper transportiert. Ein Hämoglobin-Molekül kann bis zu vier Sauerstoffmoleküle binden.

Was passiert mit Kohlendioxid im Blutkreislauf?

Kohlendioxid (CO₂) entsteht als Abfallprodukt der Zellatmung in allen Körperzellen. Es diffundiert aus den Zellen ins Blut und wird auf drei Wegen transportiert: zu etwa 70 Prozent als Bikarbonat (HCO₃⁻) gelöst im Blutplasma, zu 20 Prozent gebunden an Hämoglobin, und zu 10 Prozent direkt gelöst im Plasma. In der Lunge angekommen, wird das Kohlendioxid in den Alveolen ans Blut abgegeben und ausgeatmet. Dieser kontinuierliche Abtransport von CO₂ ist genauso wichtig wie die Sauerstoffzufuhr.

EPCs: Das Reparaturteam Ihrer Gefäße

Endotheliale Progenitorzellen (EPCs) sind spezialisierte Stammzellen, die aus dem Knochenmark ins Blut wandern und beschädigte Stellen in der Gefäßwand reparieren können – ein faszinierender körpereigener Reparaturmechanismus.

Wie kann man den Blutkreislauf unterstützen?

Die Fähigkeit unserer Blutgefäße, sich selbst zu reparieren, hängt von endothelialen Progenitorzellen ab. Diese Stammzellen entstehen im Knochenmark und wandern ins Blut, wo sie Schäden im Endothel aufspüren und reparieren. Forschung zeigt: Höhere EPC-Zahlen korrelieren mit einem signifikant reduzierten Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie bei Patienten mit schwerer peripherer Gefäßerkrankung zeigte beeindruckende Ergebnisse: Knochenmark-Injektionen verdoppelten die schmerzfreie Gehzeit und verhinderten Amputationen vollständig – während in der Kontrollgruppe 14 Prozent ein Bein verloren.

Aber es gibt auch natürliche Wege, die EPC-Zahlen zu erhöhen, ohne medizinische Eingriffe. Die wichtigsten Lifestyle-Faktoren sind Rauchverzicht, regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung.

Wie hoch ist der normale Blutdruck?

Der Blutdruck wird in zwei Werten angegeben: Der systolische Druck (oberer Wert) entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut in die Arterien pumpt. Der diastolische Druck (unterer Wert) misst den Druck in den Arterien, wenn das Herz entspannt. Als optimal gilt ein Blutdruck von unter 120/80 mmHg. Werte zwischen 120/80 und 139/89 mmHg gelten als hochnormal, ab 140/90 mmHg spricht man von Bluthochdruck (Hypertonie). Ein gesunder Blutdruck ist wichtig für die Gefäßgesundheit – chronisch erhöhter Druck schädigt das Endothel und fördert Arteriosklerose.

Was ist das Herzminutenvolumen?

Das Herzminutenvolumen (HMV) bezeichnet die Blutmenge, die das Herz pro Minute in den Kreislauf pumpt. Es errechnet sich aus Schlagvolumen (Blutmenge pro Herzschlag) mal Herzfrequenz (Schläge pro Minute). Bei einem Erwachsenen in Ruhe beträgt das HMV etwa 5 bis 6 Liter pro Minute. Bei körperlicher Anstrengung kann es auf bis zu 25 Liter pro Minute ansteigen. Trainierte Sportler haben oft ein niedrigeres Ruhepuls, aber ein höheres Schlagvolumen – ihr Herz arbeitet effizienter.

Lifestyle-Faktoren für gesunde Gefäße

Die gute Nachricht: Wir können aktiv etwas für unsere Gefäßgesundheit tun. Drei Faktoren haben den größten Einfluss auf die Anzahl und Funktion der endothelialen Progenitorzellen.

Rauchstopp – die wichtigste Maßnahme: Rauchen ist einer der schlimmsten Feinde unserer Blutgefäße. Eine Meta-Analyse von 141 Kohortenstudien zeigte: Bereits eine einzige Zigarette pro Tag erhöht das Herz-Kreislauf-Risiko um das Zehnfache des erwarteten Wertes. Es gibt kein sicheres Niveau des Rauchens. Selbst Passivrauchen verschlechtert die zirkulierenden EPC-Zahlen signifikant. Die wichtigste Lifestyle-Änderung für Ihre Gefäßgesundheit ist daher: Hören Sie komplett auf zu rauchen – und meiden Sie Passivrauchen.

Bewegung verdoppelt EPCs: Randomisierte kontrollierte Studien zeigen eindrucksvoll: Bewegungstraining steigert die endothelialen Progenitorzellen im Blut. In einer Studie mit mittelalten und älteren Männern führten drei Monate moderates aerobes Training – hauptsächlich Gehen, teilweise Joggen – zu einer Verdopplung der EPCs im Blutkreislauf. Regelmäßige aerobe Bewegung gilt daher als „Erstlinien-Strategie“ zur Prävention und Behandlung von Gefäßalterung. Sie müssen kein Marathonläufer werden: Schon 30 Minuten zügiges Gehen pro Tag zeigt messbare Effekte.

Gesättigte Fette reduzieren: Eine randomisierte kontrollierte Studie zeigte: Die Reduzierung gesättigter Fette – hauptsächlich durch Verzicht auf Butter – erhöhte die EPC-Zahlen signifikant. Eine Studie an Affen demonstrierte: Schon wenige Wochen einer cholesterin- und fettreichen Ernährung führten zu dramatischer vorzeitiger Endothelzell-Alterung. Der Mechanismus ist klar: Gesättigte Fette fördern Entzündungen und oxidativen Stress, was die empfindlichen Endothelzellen schädigt und ihre Reparaturfähigkeit einschränkt.

Ernährung für bessere Durchblutung

Neben dem Verzicht auf gesättigte Fette gibt es auch Lebensmittel, die aktiv die Gefäßgesundheit fördern und die EPC-Zahlen erhöhen.

Welche Lebensmittel fördern die Durchblutung?

Wissenschaftliche Studien haben drei Lebensmittelgruppen identifiziert, die nachweislich zirkulierende endotheliale Progenitorzellen erhöhen:

Beeren: Eine randomisierte kontrollierte Studie zeigte, dass schwarze Himbeeren-Extrakt die zirkulierenden EPCs erhöhte und die arterielle Steifigkeit bei Patienten mit metabolischem Syndrom verbesserte. Beeren enthalten hohe Konzentrationen an Anthocyanen – sekundären Pflanzenstoffen mit starker antioxidativer und entzündungshemmender Wirkung. Diese Substanzen schützen das Endothel vor Schäden und fördern die Bildung neuer Blutgefäße.

Zwiebeln: In einer Studie mit übergewichtigen Personen erhöhte Zwiebelschalen-Extrakt die endotheliale Funktion und die EPC-Zahlen. Zwiebeln sind reich an Quercetin, einem Flavonoid mit stark gefäßschützenden Eigenschaften. Interessanterweise sitzen die meisten bioaktiven Substanzen in den äußeren Schichten – ein Grund mehr, Zwiebeln mit Schale zu kochen (die Schale kann später entfernt werden).

Grüner Tee: Bei chronischen Rauchern verbesserte grüner Tee-Konsum die Endothelfunktion und erhöhte die zirkulierenden EPCs. Die Catechine im grünen Tee, insbesondere EGCG (Epigallocatechingallat), wirken stark antioxidativ und fördern die Stickstoffmonoxid-Produktion im Endothel – ein Signalmolekül, das die Blutgefäße entspannt und den Blutfluss verbessert.

Vollwertige pflanzliche Ernährung: Eine Studie zeigte: Eine Ernährung, die vollständig auf vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln basiert, steigerte nicht nur die EPCs, sondern verbesserte auch die Endothelfunktion und senkte das LDL-Cholesterin. Diese Portfolio-Diät kombinierte verschiedene herzschützende Lebensmittel: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Obst, Gemüse und Leinsamen. Der synergistische Effekt dieser Lebensmittel scheint stärker zu sein als die Summe ihrer Einzelwirkungen.

Die Botschaft ist klar: Pflanzliche, vollwertige Lebensmittel unterstützen die körpereigenen Reparaturmechanismen der Blutgefäße auf zellulärer Ebene. Sie liefern nicht nur Nährstoffe, sondern auch bioaktive Substanzen, die das Endothel schützen, Entzündungen hemmen und die Bildung neuer EPCs fördern.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert ein kompletter Blutkreislauf?

Ein einzelnes Blutkörperchen benötigt etwa 60 Sekunden für einen vollständigen Umlauf durch den Körper – vom Herzen zur Lunge, zurück zum Herzen, durch den gesamten Körper und wieder zurück. Bei körperlicher Anstrengung beschleunigt sich dieser Kreislauf.

Kann man den Blutkreislauf spüren?

Ja, Sie können Ihren Puls ertasten – das rhythmische Ausdehnen der Arterien bei jedem Herzschlag. Am einfachsten ist der Puls am Handgelenk (Arteria radialis) oder am Hals (Arteria carotis) zu fühlen. Der Puls entspricht genau der Herzfrequenz.

Was schadet dem Blutkreislauf am meisten?

Rauchen ist der schädlichste Faktor für die Gefäßgesundheit, gefolgt von Bewegungsmangel, gesättigten Fetten, chronischem Stress und hohem Blutdruck. Diese Faktoren schädigen das Endothel, reduzieren die EPC-Zahlen und fördern Arteriosklerose.

Wie kann ich meinen Blutkreislauf im Alter gesund halten?

Die wichtigsten Maßnahmen sind: Nicht rauchen, täglich moderate Bewegung (mindestens 30 Minuten Gehen), vollwertige pflanzliche Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkorn, gesättigte Fette reduzieren, Normalgewicht halten und Stress reduzieren. Diese Lifestyle-Faktoren erhöhen nachweislich die endothelialen Progenitorzellen und halten Ihre Gefäße jung.

Warum ist das Endothel so wichtig?

Das Endothel ist die innerste Auskleidung aller Blutgefäße und sorgt für reibungslosen Blutfluss. Es produziert Stickstoffmonoxid, das die Gefäße entspannt, verhindert Blutgerinnsel und reguliert Entzündungen. Ein gesundes Endothel ist der Schlüssel zu gesunden Gefäßen und einem gesunden Herzen.

Können sich Blutgefäße regenerieren?

Ja, dank endothelialer Progenitorzellen aus dem Knochenmark können sich Blutgefäße regenerieren. Diese Stammzellen wandern zu beschädigten Stellen und reparieren das Endothel. Durch Lifestyle-Maßnahmen können Sie die Anzahl und Aktivität dieser Reparaturzellen erhöhen.

Was sind die Symptome eines schlechten Blutkreislaufs?

Typische Anzeichen sind kalte Hände und Füße, Kribbeln in Armen oder Beinen, Schmerzen beim Gehen (Schaufensterkrankheit), Schwindel, Konzentrationsschwäche, langsame Wundheilung und erektile Dysfunktion. Bei solchen Symptomen sollten Sie einen Arzt konsultieren.

Wie lange dauert es, bis sich der Blutkreislauf nach dem Rauchstopp verbessert?

Bereits 20 Minuten nach der letzten Zigarette sinkt der Blutdruck. Nach 2 bis 12 Wochen verbessert sich die Durchblutung messbar. Die EPC-Zahlen beginnen sich zu erholen. Nach 1 bis 2 Jahren ist das Herzinfarktrisiko um etwa 50 Prozent gesunken. Der Körper beginnt sofort mit der Reparatur – es ist nie zu spät aufzuhören.

Hilft Aspirin dem Blutkreislauf?

Aspirin hemmt die Blutgerinnung und kann bei bestimmten Patienten mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko sinnvoll sein. Die Einnahme sollte jedoch immer mit einem Arzt besprochen werden, da Aspirin auch Nebenwirkungen hat (erhöhtes Blutungsrisiko). Lifestyle-Änderungen sollten immer die erste Wahl sein.

Wie kann ich meine EPCs testen lassen?

EPCs können durch Durchflusszytometrie im Blut gemessen werden. Dieser Test ist jedoch nicht standardmäßig verfügbar und wird meist nur in spezialisierten Forschungslaboren durchgeführt. Für die Praxis sind Lifestyle-Maßnahmen wichtiger als Messungen – die wissenschaftliche Evidenz zeigt klar, welche Faktoren EPCs erhöhen.

Wissenschaftliche Quellen