MONTAG, 17. AUGUST 2026
Glas-Sprühflasche, weiße Badesalz-Flocken in Holzschale und ein weiches Handtuch auf heller Badezimmerablage.von KI generiert

Magnesium Haut: Wirkung, Tipps & richtige Anwendung

Wer bei Reizungen nach Linderung sucht, stößt schnell auf das Schlagwort Magnesium Haut. Die Faktenlage beantwortet die drängendste Frage direkt: Mineralstoffreiches Thermalwasser (z. B. magnesiumreiche Lösungen aus dem Toten Meer) kann bei Menschen mit trockener oder atopischer Haut die Hautbarrierefunktion und Hautfeuchtigkeit verbessern. Das Mineral bindet nachhaltig Wasser in der Epidermis, lindert Juckreiz und stärkt den Schutzschild.

Welche Produkte eignen sich nun am besten für diesen Effekt? Ob als entspannendes Solebad, reines Öl, Creme oder Spray – die Methode ist entscheidend. Wir erklären Ihnen die genaue Wirkung des Spurenelements, geben alltagstaugliche Tipps und zeigen die richtige Anwendung für ein langfristig gesundes, widerstandsfähiges Hautbild. Um zu verstehen, warum Magnesium für Ihren Körper generell so wichtig ist, reicht ein Blick auf den zellulären Stoffwechsel, bei dem das Mineral unzählige lebensnotwendige Prozesse steuert.

Warum für Magnesium Haut als Aufnahmeweg wählen?

Wer Produkte mit Magnesium auf der Haut anwendet, sollte strikt zwischen zwei grundverschiedenen Zielen unterscheiden: der lokalen Hautpflege und der systemischen Nährstoffaufnahme.

Beim ersten Ansatz steht der direkte Effekt von Magnesium auf die Haut im Fokus. Durch magnesiumreiche Lösungen wie Thermalwasser oder Totes-Meer-Salz-Bäder soll die Haut von außen gepflegt werden. Das Ziel ist eine gestärkte Barriere und mehr Feuchtigkeit direkt in den obersten Hautschichten.

Der zweite Ansatz ist die sogenannte transdermale Aufnahme. Dabei werden konzentrierte Magnesiumöle aufgesprüht, in der Hoffnung, der Mineralstoff dringe tief durch die Haut ins Blut, um innere Mängel oder Muskelkrämpfe zu beheben. Wissenschaftler haben die lokale kosmetische Pflegewirkung auf der Hautoberfläche gut belegt. Die Forschung zweifelt jedoch eine andere Idee stark an. Man kann Magnesium durch Eincremen wohl nicht in nennenswerten Mengen in den Blutkreislauf befördern.

Mythos transdermale Aufnahme: Geht Magnesium ins Blut?

Bei Anzeichen eines Magnesiummangels wie Wadenkrämpfen stellt sich oft die drängende Frage: Pille schlucken oder Öl schmieren? Der Markt für transdermale Magnesiumprodukte suggeriert, man könne den Mineralstoff einfach über die Haut aufnehmen und so den Magen-Darm-Trakt umgehen. Wissenschaftlich gesehen widerspricht dies jedoch der menschlichen Biologie. Die Haut fungiert als hocheffektive Schutzbarriere, deren Hauptaufgabe gerade darin besteht, Substanzen von außen abzuwehren und sie nicht ungehindert in den Blutkreislauf durchzulassen.

Die aktuelle Forschungslage ist hier deutlich. Umfangreiche systematische Übersichtsarbeiten aus den Jahren 2024 und 2025 zur Anwendung von mineralstoffreichem Wasser konzentrieren sich ausschließlich auf lokale dermatologische Effekte.[4][7] Sie belegen zwar, dass Magnesium auf der Oberfläche der Haut wirkt, liefern aber keinerlei Belege für eine relevante Aufnahme in die Blutbahn. Die Behauptung, man könne durch das bloße Auftragen von Magnesiumöl einen messbaren systemischen Mangel beheben, entbehrt derzeit einer soliden klinischen Evidenzbasis.

Wer seinen Magnesiumspiegel im Blut verlässlich anheben möchte, sollte daher zwingend zur klassischen oralen Einnahme (Tabletten, Kapseln, Pulver) greifen. Häufig wird Ihnen zudem empfohlen werden, Magnesium ergänzend zu Vitamin D einzunehmen, da Ihr Körper das Spurenelement zwingend benötigt, um das Sonnenvitamin in seine aktive Form umzuwandeln. Bei diesen Präparaten ist die Bioverfügbarkeit im Darm zweifelsfrei belegt. Dabei fragen Sie sich vielleicht, warum bestimmte organische Verbindungen wie Magnesiumcitrat von Experten oft als verträglicher und besser bioverfügbar eingestuft werden als anorganische Varianten. Zusammenfassend gilt: Mineralstoffreiche Anwendungen auf der Haut haben durchaus ihren berechtigten pflegenden Nutzen. Sie eignen sich aber nicht als Ersatz, wenn ein Arzt Ihnen eine orale Supplementierung anrät, um Krämpfe zu lindern.

Wirkung auf das Hautbild: Hautbarriere und Feuchtigkeit

Auch wenn die transdermale Nährstoffaufnahme umstritten ist, zeigt der Mineralstoff lokal angewendet beachtliche Effekte. Die wissenschaftliche Kernaussage lautet: Mineralstoffreiches Thermalwasser (z. B. magnesiumreiche Lösungen aus dem Toten Meer) kann bei Menschen mit trockener oder atopischer Haut die Hautbarrierefunktion und Hautfeuchtigkeit verbessern.

Zahlreiche Forschungen der letzten Jahre belegen den dermatologischen Nutzen von magnesiumhaltigen Anwendungen. Zusätzlich erhoffen sich viele Anwender eine pflegende Wirkung von Magnesiumöl auf die Haare und die Kopfhaut, wofür bislang jedoch klare wissenschaftliche Beweise fehlen. Eine umfassende Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 untersucht die kosmetischen Eigenschaften von Thermalwasser.[3] Zudem gibt es eine 16-wöchige klinische Spa-Studie zur Bädertherapie.[5] Beide fassen die messbaren physiologischen Vorteile für das Hautbild zusammen:

  • Erhöhte Hydratation: Gelöste Mineralien wie Magnesium interagieren direkt mit der Hornschicht der Haut (Stratum corneum) und unterstützen die Zellen effektiv dabei, Wasser über längere Zeiträume zu binden.
  • Gestärkte Barriere: Der unsichtbare Feuchtigkeitsverlust an die Umgebungsluft (transepidermaler Wasserverlust) wird signifikant verringert, was die Haut insgesamt widerstandsfähiger macht.
  • Linderung bei Neurodermitis: Systematische Analysen zu Meerwasser- und Balneotherapien (2024 und 2025) bestätigen, dass extrem trockene, atopische und zu Entzündungen neigende Hautareale durch Mineralbäder spürbar beruhigt werden.[4][7]

Neuere Erkenntnisse, etwa eine Analyse spezifischer Heilwässer aus dem Jahr 2026, untermauern diese regenerierenden Mechanismen.[2] Wichtig bleibt jedoch eine ehrliche Einordnung der Evidenz: Weder Magnesiumcremes noch Thermalwasser sind magische Wundermittel, die chronische Hauterkrankungen heilen. Sie bieten Betroffenen aber eine hervorragende, wissenschaftlich fundierte Unterstützung, um trockene und gereizte Haut funktionell zu stabilisieren.

Magnesium bei Neurodermitis, Akne und Problemhaut

Wenn es um das Thema Magnesium und Haut geht, bietet die äußerliche Anwendung bei verschiedenen dermatologischen Herausforderungen eine sanfte, aber spürbare Linderung. Die zentrale Erkenntnis der Wissenschaft lautet hierbei: Mineralstoffreiches Thermalwasser kann die Hautbarrierefunktion und Hautfeuchtigkeit bei Menschen mit trockener oder atopischer Haut messbar verbessern. Magnesiumreiche Lösungen aus dem Toten Meer sind ein Beispiel dafür.

Besonders bei Neurodermitis (atopischer Dermatitis) zeigt sich ein lindernder Effekt. Ein systematischer Rückblick aus dem Jahr 2025 über Meerwasser-Therapien verdeutlichte, dass die regelmäßige Anwendung von mineralienreichem Wasser den extremen Juckreiz und Begleitentzündungen reduzieren kann.[4] Das aufgetragene Magnesium bindet Feuchtigkeit in der obersten Hautschicht und hilft der Haut so dabei, ihre natürliche Schutzbarriere zu reparieren. Diese sanfte, entzündungshemmende Eigenschaft nützt auch bei Akne. Sie beruhigt die Poren und kann die übermäßige Talgproduktion regulieren. Dabei reizen aggressive chemische Wirkstoffe die ohnehin irritierten Stellen nicht weiter.

Eine systematische Überprüfung aus dem Jahr 2024 über Bädertherapien mit thermischem Mineralwasser bei Hautkrankheiten bestätigt diesen Nutzen.[7] Wer unter extremer Trockenheit leidet, profitiert enorm, wenn er seine Haut direkt von außen mit Nährstoffen versorgt. Es gibt hierbei jedoch keine Wunderheilung. Magnesium heilt chronische Hautkrankheiten nicht ursächlich, sondern dient als evidenzbasierter Begleitbaustein, um akute Symptome spürbar zu beruhigen und die Hautstruktur langfristig widerstandsfähiger zu machen.

Magnesiumöl, Spray, Flakes oder Creme: Welches Produkt?

Um Magnesium über die Haut anzuwenden, gibt es unterschiedliche Darreichungsformen, die sich je nach Hauttyp und Einsatzzweck stark unterscheiden. Die Wahl des richtigen Produktes entscheidet maßgeblich über die Verträglichkeit und den langfristigen Pflegeerfolg.

  • Magnesiumöl (Spray): Hierbei handelt es sich um eine hochkonzentrierte, handelsüblich meist 31-prozentige Magnesiumchlorid-Lösung, die häufig aus den Tiefen des Zechstein-Urmeeres gewonnen wird. Entsprechende Magnesium-Öl-Sprays können Sie mittlerweile nicht nur in der Apotheke, sondern auch ganz unkompliziert in den meisten bekannten Drogeriemärkten erwerben. Sie fühlt sich auf der Haut leicht ölig an, enthält jedoch gar kein echtes Öl. Diese hohe Konzentration eignet sich hervorragend für Sportler, um die Flüssigkeit nach dem Training direkt auf beanspruchte Waden, Schultern oder Oberschenkel zu sprühen und tief einzumassieren.
  • Magnesium-Flakes: Die kristallinen Badesalze sind ideal für die tiefe Entspannung und Muskelregeneration im Rahmen von Voll- oder Teilbädern. Eine koreanische Spa-Studie von 2025 über eine 16-wöchige Bädertherapie konnte zeigen, dass sich durch derartige regelmäßige Anwendungen nicht nur die Hautfeuchtigkeit signifikant erhöht, sondern sich auch der psychophysiologische Stress der Anwender deutlich abbaut.[5] Flakes sind die beste Wahl für eine großflächige, milde Anwendung.
  • Magnesium-Cremes und Lotionen: Für empfindliche Gesichtshaut oder Menschen mit Neurodermitis ist reines Magnesiumspray oft zu stark und kann ein unangenehmes Kribbeln oder Brennen auslösen. Cremes binden das Mineral in eine pflegende Lipidbasis ein. Laut einer umfassenden Untersuchung von 2025 zur Sicherheit von Thermalmineralwasser für kosmetische Anwendungen lässt sich der Mineralstoff in cremiger Form besonders sicher, verträglich und schonend dosieren.[6] Die Haut wird gefettet und gleichzeitig mit der notwendigen Feuchtigkeit versorgt.

Die richtige Anwendung und Dosierung im Alltag

Damit das Mineral seine pflegende und entspannende Wirkung voll entfalten kann, kommt es auf die korrekte Dosierung an. Viele Anwender brechen die Routine vorzeitig ab, weil sie die Produkte falsch auftragen oder sich an dem typischen Hautgefühl stören.

Bei der Nutzung von Magnesiumöl als Spray richtet sich die Menge exakt nach der Lösungskonzentration. Ein einzelner Sprühstoß einer 31-prozentigen Lösung liefert in der Praxis ungefähr 15 bis 20 Milligramm reines Magnesium. Um einen entspannenden Effekt auf die lokale Muskulatur auszuüben, gelten 10 bis 15 Sprühstöße auf die gewünschten Körperpartien als bewährter Richtwert. Massieren Sie die Flüssigkeit nach dem Aufsprühen sanft mit den flachen Händen in die Haut ein.

Für ein wohltuendes Vollbad zur Muskelregeneration und umfassenden Hautpflege benötigen Sie eine deutlich größere Menge. Geben Sie exakt 500 Gramm Magnesium-Flakes in ein 37 Grad Celsius warmes Badewasser. Diese Temperatur öffnet die Poren der Haut behutsam für die Mineralstoffaufnahme, belastet den Kreislauf aber nicht zu stark. Bei einem reinen Fußbad genügen bereits etwa 100 bis 150 Gramm der Flakes auf fünf Liter warmes Wasser.

Die Einwirkzeit ist ein absolut entscheidender Faktor: Lassen Sie das aufgetragene oder im Wasser gelöste Magnesium für exakt 20 Minuten auf der Haut ruhen. Das Wasser verdunstet, nachdem Sie unverdünntes Öl aufgesprüht haben. Dadurch bleibt fast immer ein klebriger Salzfilm zurück. Dieser kann auf der Haut spannen oder leicht jucken. Die Lösung ist simpel: Waschen Sie die Reste nach den 20 Minuten Einwirkzeit einfach mit klarem Wasser unter der Dusche ab. Verzichten Sie dabei auf Duschgel, um die frisch gepflegte Hautbarriere nicht unnötig zu strapazieren. Anschließend können Sie wie gewohnt eine milde, feuchtigkeitsspendende Bodylotion auftragen.

Achtung Brennen: Nebenwirkungen und Erste Hilfe

Wer hochkonzentrierte Magnesiumchlorid-Lösungen – oft Magnesiumöl genannt – erstmals anwendet, spürt häufig Kribbeln, Jucken oder Brennen. Dies ist meist harmlos und entsteht, weil die rund 31-prozentige Salzlösung die feinen Nervenenden der Haut reizt. Während Sicherheitsstudien von 2025 die grundsätzliche kosmetische Verträglichkeit verdünnter Thermalwässer bestätigen[6], führt unverdünntes Magnesiumöl sehr oft zu lokalen Irritationen.

Um Schmerzen zu vermeiden, gelten strikte Anwendungsregeln:

  • Nicht nach der Rasur: Auf frisch rasierter Haut brennt das Öl massiv. Warten Sie nach der Haarentfernung mindestens 24 Stunden.
  • Keine offenen Wunden: Kratzer, Risse oder akute Ekzeme müssen unbedingt ausgespart werden.
  • Schleimhäute schützen: Den Kontakt mit Augen, Nase und Intimbereich strikt meiden.

Erste Hilfe für empfindliche Haut: Lässt das Brennen nicht nach wenigen Minuten nach, waschen Sie die Lösung sofort mit reichlich klarem Wasser ab. Personen mit sensibler Haut sollten das Spray anfangs im Verhältnis 1:1 mit Wasser verdünnen (z. B. 5 Sprühstöße Öl auf 5 Sprühstöße destilliertes Wasser). Auch das konsequente Abwaschen nach 15 bis 20 Minuten Einwirkzeit schont die Hautbarriere. Nach ein bis zwei Wochen regelmäßiger Anwendung gewöhnt sich die Haut oft an die Lösung, sodass Sie die Konzentration schrittweise wieder erhöhen können.

Fazit: Für wen sich Magnesium auf der Haut wirklich lohnt

Magnesium auf der Haut bietet nachweisbare kosmetische Vorteile, ist aber kein Wundermittel. Systematische Reviews von 2024 und 2025 zeigen übereinstimmend, dass mineralstoffreiches Wasser die Hautbarrierefunktion stärken und die Hautfeuchtigkeit signifikant verbessern kann.[7][4] Wer an trockener oder atopischer Haut leidet, profitiert spürbar von einer äußerlichen Anwendung durch magnesiumhaltige Cremes oder milde Bäder.

Wichtig ist jedoch die klare Trennung der Anwendungsziele: Für die lokale Hautpflege ist die Nutzung sinnvoll und evidenzbasiert. Wenn es aber darum geht, einen massiven, systemischen Magnesiummangel im Körper zu beheben, ist Magnesium auf der Haut nicht geeignet. Die wissenschaftliche Evidenz für eine relevante Aufnahme in den Blutkreislauf fehlt. Für die sichere Behebung eines solchen internen Mangels bleiben klassische, orale Präparate wie Kapseln (mit typischerweise 300 bis 400 Milligramm pro Tag) der absolute medizinische Standard.

Häufige Fragen

Kann man Magnesiumöl auf der Haut überdosieren?

Eine Überdosierung von Magnesiumöl (das eigentlich eine gesättigte, etwa 31-prozentige Magnesiumchlorid-Lösung ist) über die intakte Haut ist bei gesunden Menschen praktisch nicht möglich. Der Körper reguliert die Aufnahme über die Hautbarriere selbstständig und nimmt nur so viel auf, wie er verwerten kann. Studien zu thermalen Wasseranwendungen zeigen, dass die Hautbarriere bei transdermalen Bädern geschützt bleibt.[6] Sprechen Sie bei schweren Nierenerkrankungen jedoch mit einem Arzt, bevor Sie hochdosierte Sprays oder Öle mit etwa 30 % Magnesium regelmäßig anwenden. In diesem Fall kann die renale Ausscheidungskapazität eingeschränkt sein.

Dürfen Kinder und Babys in Magnesiumflakes baden?

Ja, Babys ab etwa 6 Monaten und Kinder dürfen in verdünnten Magnesiumflakes baden. Magnesiumreiche Bäder können besonders bei trockener und atopischer Kinderhaut die Hautbarriere nachweislich stärken.[4][7] Sie verbessern zudem die Hautfeuchtigkeit um bis zu 30 %.[5] Sie wirken dabei ähnlich wie milde Solebäder aus dem Toten Meer. Für ein Kinderbad reicht jedoch eine deutlich geringere Dosierung: Etwa 50 bis 100 Gramm Magnesiumflakes auf eine normal große Kinderbadewanne (ca. 50 Liter Wasser) sind absolut ausreichend. Die empfohlene Badedauer liegt bei 10 bis maximal 15 Minuten. Achten Sie unbedingt darauf, dass kein Badewasser in die empfindlichen Augen der Kinder gelangt.

Ist Magnesiumöl für die Anwendung im Gesicht geeignet?

Die Gesichtshaut ist im Durchschnitt mit nur 0,12 Millimetern Epidermisdicke deutlich dünner und empfindlicher als die restliche Körperhaut. Deshalb empfiehlt man reines, hochkonzentriertes Magnesiumöl mit über 30 % Magnesiumchlorid-Anteil meist nicht für das Gesicht. Die Haut rötet sich sonst schnell, kribbelt stark oder brennt. Wenn Sie die positiven Effekte bei atopischer Haut nutzen möchten, sollten Sie das Öl im Verhältnis 1:5 mit destilliertem Wasser verdünnen. Sie können auch auf sanftere, magnesiumreiche Thermalwasser-Sprays zurückgreifen. Augenkontakt muss in jedem Fall streng vermieden werden, da die Salzlösung die Bindehaut extrem stark reizen kann.

Warum hinterlässt Magnesiumöl einen klebrigen Film auf der Haut?

Magnesiumöl ist physikalisch gesehen gar kein echtes Öl, sondern eine hochgesättigte, wässrige Salzlösung (typischerweise etwa 31 Gramm Magnesiumchlorid auf 100 Milliliter Wasser). Aufgrund dieser extrem hohen Salzkonzentration fühlt sich die Flüssigkeit ölig an. Wenn das Wasser auf der warmen Körperhaut nach etwa 15 bis 20 Minuten verdunstet, bleiben die gelösten Salzkristalle auf der Epidermis zurück. Diese mikroskopischen Salzrückstände binden minimale Restfeuchtigkeit und erzeugen so das typische, leicht klebrige oder stumpfe Hautgefühl, das viele Anwender als störend empfinden. Nach der Einwirkzeit kann dieser Film einfach mit Wasser abgeduscht werden.

Darf ich Magnesiumspray auf frisch rasierte Beine auftragen?

Es wird dringend davon abgeraten, das hochkonzentrierte Magnesiumspray unmittelbar auf frisch rasierte oder epilierte Beine aufzutragen. Durch die Rasur entstehen auf der Hautoberfläche winzige, oft unsichtbare Mikroverletzungen und die schützende oberste Hornschicht wird abgetragen. Wenn die 31-prozentige Magnesiumchlorid-Lösung in diese feinen Risse gelangt, führt dies fast unweigerlich zu einem sehr starken, unangenehmen Brennen und zu Hautrötungen. Warten Sie nach einer Haarentfernung mindestens 24, besser 48 Stunden. Sprühen Sie das Magnesiumöl erst dann wieder auf diese Hautpartien. So geben Sie der Hautbarriere ausreichend Zeit, damit sie sich natürlich regeneriert.

Muss ich Magnesiumöl nach der Einwirkzeit zwingend abwaschen?

Aus medizinischer Sicht ist ein Abwaschen der Magnesiumlösung nicht zwingend erforderlich, da das Magnesiumchlorid nicht schädlich für die Haut ist. Im Gegenteil: Mineralien aus Heil- und Thermalwässern können die Feuchtigkeitsbindung bei trockener Haut langfristig fördern.[3][5] Die meisten Anwender spülen die Rückstände nach einer optimalen Einwirkzeit von etwa 20 bis 30 Minuten mit klarem, lauwarmem Wasser ab. Sie entscheiden sich aus rein kosmetischen Gründen dafür. Der verbleibende, hochkonzentrierte Salzfilm (oft über 30 % Konzentration) kann auf Dauer nämlich leicht austrocknend wirken, zu Juckreiz führen oder unangenehm an der frischen Kleidung reiben.

Hilft Magnesiumspray über die Haut schnell bei nächtlichen Wadenkrämpfen?

Viele Anwender berichten, dass ihre akuten Wadenkrämpfe sehr schnell nachlassen. Dafür sprühen sie 5 bis 10 Sprühstöße einer 31-prozentigen Magnesiumlösung direkt auf den verhärteten Muskel und massieren sie intensiv ein. Die wissenschaftliche Datenlage zur sogenannten „transdermalen Absorption“ (Aufnahme durch die Haut) von Magnesium ist jedoch weiterhin umstritten und klinisch nicht zweifelsfrei durch große Studien belegt. Der rasche muskelentspannende Effekt tritt oft schon nach 5 bis 10 Minuten ein. Forscher schreiben ihn auch der kräftigen Massage zu, weil sie die Durchblutung fördert. Außerdem sehen sie den physikalischen Reiz der hochkonzentrierten Salzlösung als Ursache.

Ist Magnesiumöl in der Schwangerschaft sicher anwendbar?

Während einer normalen Schwangerschaft ist die äußere Anwendung von Magnesiumöl auf der Haut im Allgemeinen sehr sicher und wird oft von Hebammen empfohlen. Der tägliche Magnesiumbedarf steigt bei schwangeren Frauen deutlich an und liegt laut DGE bei etwa 310 bis 350 Milligramm. Da die Aufnahme über die Haut als sehr schonend für den oft ohnehin empfindlichen Magen-Darm-Trakt gilt, ist es eine gute Ergänzung zur oralen Einnahme. Es lindert Spannungsgefühle in den Beinen und im Rücken. Verzichten Sie jedoch auf intensive Massagen der Bauchregion, um keine vorzeitigen Wehen auszulösen, und halten Sie bei einer Hochrisikoschwangerschaft immer erst ärztliche Rücksprache.

Quellen

  1. Douladiris N, Vakirlis E, Vassilopoulou E. et al.: Atopic Dermatitis and Water: Is There an Optimum Water Intake Level for Improving Atopic Skin?. 2023. PubMed 36832402. DOI: 10.3390/children10020273.
  2. Baldo E, Abeni D, Agostini G et al.: Clinical and Mechanistic Evidence for Comano Thermal Water: A Narrative Review. International journal of molecular sciences 2026. PubMed 42123477. DOI: 10.3390/ijms27093893.
  3. Kanwal S, Osman EY, Khiari I. et al.: Comprehensive review of dermatological and cosmeceutical manifestations of thermal water and future insights. 2025. PubMed 40423748. DOI: 10.1007/s00484-025-02937-0.
  4. Alshalhoob HB, Almagushi NA, Alanazi RS et al.: Efficacy and Safety of Seawater Therapy Versus Non-pharmacological Interventions for Atopic Dermatitis: A Systematic Review. 2025. PubMed 41311774. DOI: 10.7759/cureus.95450.
  5. Yu H, Kwak J, Lee S et al.: Effects of repeated balneotherapy on skin hydration and psychophysiological stress: findings from a 16-week korean spa trial. 2025. PubMed 41081920. DOI: 10.1007/s00484-025-03034-y.
  6. Milanković V, Djuriš J, Tubić A et al.: Assessing the safety of thermal mineral water for cosmetic applications: an integrated approach using physicochemical, cheminformatics, and bioinformatics techniques. 2025. PubMed 40438892. DOI: 10.1039/d5ra01252j.
  7. Protano C, Vitali M, De Giorgi A et al.: Balneotherapy using thermal mineral water baths and dermatological diseases: a systematic review. 2024. PubMed 38530467. DOI: 10.1007/s00484-024-02649-x.

Titelbild: Symbolbild, mit KI erstellt (Gemini)

Simon G. - Autor und Gründer GesundeFakten

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